
What's in my Camera Bag? – Mein Wechsel zu Leica und was mich heute fotografisch begleitet
Leica SL3-P, Q3 43, Leica M und jede Menge Leidenschaft für die Fotografie.
Es gibt wohl kaum einen Fotografen, der nicht gerne über seine Kameraausrüstung spricht. Welche Kamera benutzt du? Welches Objektiv ist dein Favorit? Und was hast du eigentlich immer dabei, wenn du fotografieren gehst?
Auch ich beschäftige mich gerne mit diesen Fragen. Schließlich ist die Ausrüstung ein wichtiger Teil unseres fotografischen Alltags. Aber für mich geht es dabei um weit mehr als technische Daten, Megapixel oder die neueste Kamerageneration.
Es geht um das Gefühl, eine Kamera in die Hand zu nehmen. Um die Freude daran, durch den Sucher zu schauen, einen besonderen Moment zu entdecken und genau im richtigen Augenblick den Auslöser zu drücken.
In diesem Jahr hat sich in meiner Kameratasche einiges verändert. Ich habe mich vollständig von meiner bisherigen Nikon-Ausrüstung getrennt und bin komplett auf Leica umgestiegen.
Warum ich diesen Schritt gemacht habe, welche Kameras und Objektive mich heute begleiten und warum jede davon ihren ganz eigenen Platz in meiner Fotografie hat, möchte ich euch in diesem Beitrag erzählen.
Ein neues Kapitel – Mein kompletter Wechsel von Nikon zu Leica
Lange Zeit war die Nikon Z7II meine Kamera. Zusammen mit verschiedenen Objektiven hatte ich ein leistungsfähiges System, mit dem sich praktisch jede fotografische Aufgabe meistern ließ.
Und um eines gleich vorwegzunehmen: Mein Wechsel hatte nichts damit zu tun, dass ich mit der Nikon unzufrieden gewesen wäre.
Die Z7II ist eine hervorragende Kamera und auch die Objektive haben mich zuverlässig begleitet.
Aber Fotografie ist für mich eben nicht nur eine Frage der technischen Leistungsfähigkeit.
Mit der Zeit wurde mir immer wichtiger, wie sich eine Kamera anfühlt, wie ich mit ihr arbeite und wie sie meine Art zu fotografieren beeinflusst.
Ich wollte mich noch bewusster mit meinen Motiven auseinandersetzen, mich stärker auf das Wesentliche konzentrieren und vor allem wieder mehr Freude am eigentlichen fotografischen Prozess haben.
Deshalb habe ich in diesem Jahr eine konsequente Entscheidung getroffen: Meine Nikon Z7II und sämtliche Nikon-Objektive mussten gehen. Stattdessen bin ich vollständig auf Leica umgestiegen.
Heute besteht meine Ausrüstung aus drei unterschiedlichen Leica-Kameras, verschiedenen Sigma-Zoomobjektiven und vier Leica-M-Festbrennweiten.
Und das Schöne daran: Jede Kamera hat ihre ganz eigene Aufgabe.

Leica SL3-P – Meine Kamera für Fotoshootings
Wenn ein geplantes Fotoshooting ansteht, ist die Leica SL3-P meine erste Wahl.
Sie ist für mich das ideale Werkzeug, wenn ich konzentriert arbeiten möchte und eine Kamera brauche, die mir möglichst viel Flexibilität bietet.
Dabei kommt überwiegend das Sigma 24–70 mm f/2.8 zum Einsatz.
Dieser Brennweitenbereich ist für meine Arbeit einfach unglaublich praktisch. Ich kann schnell zwischen unterschiedlichen Bildausschnitten wechseln, ohne ständig das Objektiv tauschen zu müssen.
Bei 24 mm lassen sich Menschen wunderbar in ihre Umgebung integrieren. Bei längeren Brennweiten entstehen klassische Porträts mit einer schönen Trennung zwischen Motiv und Hintergrund.
Die durchgehende Lichtstärke von f/2.8 gibt mir dabei genügend Spielraum, auch bei schwierigeren Lichtverhältnissen zu arbeiten und bewusst mit der Schärfentiefe zu spielen.
Was ich an dieser Kombination besonders schätze, ist ihre Vielseitigkeit.
Gerade bei einem Fotoshooting möchte ich mich nicht permanent mit meiner Technik beschäftigen müssen. Meine Aufmerksamkeit gehört dem Menschen vor meiner Kamera, dem Licht und dem Moment.
Die Leica SL3-P mit dem Sigma 24–70 mm f/2.8 ist deshalb meine bevorzugte Kombination für Fotoshootings.
Sie bietet mir die Freiheit, mich ganz auf meine Bildideen zu konzentrieren.
Sigma 70–200 mm f/2.8 – Mein Begleiter auf Fotoreisen
Wenn ich auf Fotoreisen unterwegs bin, wandert zusätzlich das Sigma 70–200 mm f/2.8 in meine Kameratasche.
Natürlich ist ein solches Telezoom nicht gerade klein oder leicht. Aber die fotografischen Möglichkeiten, die es bietet, möchte ich auf Reisen nicht missen.
Ich liebe es, mit längeren Brennweiten zu arbeiten.
Manchmal sind es gerade die kleinen Details in einer Landschaft, eine interessante Struktur an einem Gebäude oder eine besondere Lichtsituation in der Ferne, die meine Aufmerksamkeit wecken.
Mit dem 70–200 mm kann ich solche Motive gezielt herausarbeiten.
Besonders spannend finde ich die verdichtete Perspektive, die durch längere Brennweiten entsteht. Hintergründe rücken optisch näher zusammen und Motive bekommen eine ganz eigene Bildwirkung.
Auch für spontane Porträts aus etwas größerer Entfernung ist dieses Objektiv wunderbar geeignet.
Zusammen mit dem 24–70 mm decke ich damit einen enorm vielseitigen Brennweitenbereich ab.
Für meine Fotoreisen ist diese Kombination aus beiden Sigma-Zoomobjektiven eine ideale Ergänzung zur Leica SL3-P.

Leica Q3 43 – Meine große Liebe für die Streetphotography
Es gibt Kameras, die nimmt man in die Hand und möchte am liebsten sofort losziehen.
Genau so geht es mir mit meiner Leica Q3 43.
Wenn ich durch eine Stadt schlendere, neue Orte entdecke oder einfach ohne konkretes Ziel unterwegs bin, ist sie meine bevorzugte Begleiterin.
Für die Streetphotography ist sie für mich Gold wert.
Das Besondere ist natürlich ihre feste 43-mm-Brennweite.
Sie bietet eine wunderbar natürliche Perspektive, die dem menschlichen Seheindruck sehr nahekommt. Für mich ist das ideal, um das Leben auf der Straße so einzufangen, wie ich es wahrnehme.
Nicht zu weitwinklig, nicht zu eng. Einfach ein sehr angenehmer Blick auf die Welt.
Was ich an der Q3 43 aber fast noch mehr schätze, ist ihre Einfachheit.
Ich muss mir keine Gedanken darüber machen, welches Objektiv ich mitnehme oder welche Brennweite gerade die richtige wäre.
Die Kamera ist dabei, und ich konzentriere mich auf das, was um mich herum passiert.
Auf Menschen, die sich begegnen. Auf interessante Licht- und Schattenspiele. Auf kleine, manchmal unscheinbare Situationen, die nur für einen kurzen Augenblick existieren.
Gerade die Streetphotography lebt davon, solche Momente zu erkennen und schnell darauf zu reagieren.
Mit der Q3 43 funktioniert das für mich ganz wunderbar.
Und ganz nebenbei gefällt mir auch die Herausforderung, mit nur einer einzigen Brennweite unterwegs zu sein.
Denn anstatt einfach zu zoomen, muss ich mich selbst bewegen, meinen Standort verändern und bewusster über die Bildgestaltung nachdenken.
Die Leica Q3 43 ist für mich deshalb nicht nur eine Kamera. Sie ist eine Einladung, genauer hinzusehen.

Leica M – Wenn Fotografie zur bewussten Entscheidung wird
Eine ganz besondere Stellung in meiner Ausrüstung nimmt die Leica M mit ihrem klassischen Messsucher ein.
Sie unterscheidet sich in ihrer Arbeitsweise deutlich von meinen anderen Kameras.
Und genau das liebe ich an ihr.
Während moderne Kameras uns mit zahlreichen technischen Möglichkeiten unterstützen, verlangt die Leica M, dass ich mich selbst stärker in den fotografischen Prozess einbringe.
Das beginnt bereits beim manuellen Fokussieren.
Durch den Messsucher zu schauen, die beiden Sucherbilder zur Deckung zu bringen und ganz bewusst den richtigen Schärfepunkt zu wählen, ist für mich ein besonderer Teil des Fotografierens.
Es entschleunigt.
Ich beobachte genauer, nehme mir mehr Zeit für den Bildaufbau und beschäftige mich intensiver mit dem Menschen vor meiner Kamera.
Besonders gerne verwende ich die Leica M deshalb für außergewöhnliche Porträts.
Meine vier Festbrennweiten für die Leica M
Für meine Leica M stehen mir vier Festbrennweiten zur Verfügung: 24 mm, 50 mm, 75 mm und 90 mm.
Jede davon hat ihre eigenen Stärken und eröffnet mir unterschiedliche kreative Möglichkeiten.
24 mm – Wenn die Umgebung Teil der Geschichte wird
Mit dem 24 mm kann ich Menschen bewusst in ihrer Umgebung zeigen. Die weite Perspektive eignet sich besonders gut, wenn neben der porträtierten Person auch Architektur, Räume oder die Atmosphäre eines Ortes eine wichtige Rolle spielen sollen.
Gerade für etwas ungewöhnlichere, ausdrucksstarke Porträts finde ich diesen Blickwinkel sehr spannend.
50 mm – Der zeitlose Klassiker
Das 50 mm gehört für mich zu den vielseitigsten Festbrennweiten überhaupt.
Seine natürliche Perspektive eignet sich wunderbar für authentische Porträts, Alltagsszenen und viele andere fotografische Situationen.
Es ist eine Brennweite, mit der man sich ganz auf das Motiv konzentrieren kann.
75 mm – Konzentration auf den Menschen
Mit dem 75 mm wird der Bildausschnitt enger und der Fokus liegt noch stärker auf der porträtierten Person.
Ich kann störende Elemente aus dem Bild heraushalten und mich gezielt auf Gesichtsausdrücke, Gesten und Emotionen konzentrieren.
Gerade für intensive Porträts bietet diese Brennweite eine wunderschöne Bildwirkung.
90 mm – Nähe durch Distanz
Das 90 mm ermöglicht mir, aus etwas größerer Entfernung zu fotografieren und trotzdem sehr persönliche, ausdrucksstarke Porträts entstehen zu lassen.
Ich mag die ruhigere Perspektive und die Möglichkeit, den Hintergrund gezielt in die Bildgestaltung einzubeziehen oder bewusst zurücktreten zu lassen.
Warum ich Festbrennweiten so schätze
Natürlich ist ein Zoomobjektiv unglaublich praktisch. Aber mit einer Festbrennweite zu arbeiten, fühlt sich für mich anders an.
Ich entscheide mich bewusst für einen bestimmten Bildwinkel.
Wenn der Ausschnitt nicht passt, drehe ich nicht einfach am Zoomring. Ich bewege mich, verändere meinen Standort und beschäftige mich intensiver mit der Perspektive.
Diese Einschränkung empfinde ich nicht als Nachteil.
Ganz im Gegenteil.
Sie hilft mir dabei, bewusster zu fotografieren und mich stärker mit meinem Motiv auseinanderzusetzen.
Die Leica M erinnert mich immer wieder daran, dass Fotografie vor allem eines ist: Sehen, Gestalten und den richtigen Moment erkennen.
Ein Adapter, viele Möglichkeiten – Meine M-Objektive an der Leica SL3-P
Ein großer Vorteil meines heutigen Leica-Systems ist für mich die Möglichkeit, meine M-Objektive auch an der Leica SL3-P zu verwenden.
Mit einem entsprechenden Leica-M-auf-L-Adapter kann ich alle vier Festbrennweiten an der SL3-P einsetzen.
Das bedeutet, dass mir meine 24-mm-, 50-mm-, 75-mm- und 90-mm-Objektive nicht nur an der Leica M zur Verfügung stehen.
Ich kann sie genauso gut bei einem Fotoshooting an meiner SL3-P verwenden.
Und genau diese Flexibilität finde ich besonders reizvoll.
Ich kann beispielsweise ein Porträtshooting mit dem Sigma 24–70 mm beginnen und anschließend ganz bewusst auf ein adaptiertes M-Objektiv wechseln.
Dabei bleibt das manuelle Fokussieren erhalten, gleichzeitig kann ich die Möglichkeiten der modernen spiegellosen Leica nutzen.
Für mich verbindet diese Kombination zwei fotografische Welten.
Auf der einen Seite die klassische, reduzierte Arbeitsweise mit manuellen Festbrennweiten. Auf der anderen Seite die Vielseitigkeit einer modernen digitalen Systemkamera.
Das macht meine Leica-Ausrüstung für mich zu einem durchdachten Gesamtsystem, in dem sich viele Komponenten wunderbar ergänzen.
Und es bedeutet auch, dass ich meine vorhandenen M-Objektive besonders vielseitig einsetzen kann.
Braucht man wirklich so viele Kameras und Objektive?
Diese Frage ist durchaus berechtigt.
Schließlich könnte man mit einer einzigen Kamera und einem guten Objektiv bereits unglaublich viele fotografische Situationen meistern.
Und ich bin fest davon überzeugt, dass gute Bilder nicht automatisch durch teure Kameras oder hochwertige Objektive entstehen.
Ein gutes Foto braucht vor allem einen interessanten Moment, das richtige Licht, eine durchdachte Bildgestaltung und jemanden, der all das erkennt.
Trotzdem hat für mich jede meiner Kameras ihre Berechtigung.
Die Leica SL3-P ist mein vielseitiges Werkzeug für geplante Fotoshootings und Fotoreisen.
Die Leica Q3 43 begleitet mich, wenn ich leicht und unkompliziert durch die Straßen ziehen möchte.
Und die Leica M ist meine Kamera für die besonderen Momente, in denen ich bewusst und entschleunigt fotografieren möchte.
Die Zoomobjektive geben mir Flexibilität. Die M-Festbrennweiten fordern mich heraus, genauer hinzusehen und meine Bilder bewusster zu gestalten.
Es geht also nicht darum, möglichst viel Ausrüstung zu besitzen.
Es geht darum, für meine persönliche Art der Fotografie die passenden Werkzeuge zu haben.
Und natürlich habe ich nicht immer alles gleichzeitig in meiner Kameratasche. Je nachdem, was ich vorhabe, entscheide ich, welche Kamera und welche Objektive mich begleiten.
Manchmal reicht die Q3 43 vollkommen aus.
Manchmal brauche ich die Flexibilität der SL3-P.
Und manchmal möchte ich einfach nur mit meiner Leica M und einer einzigen Festbrennweite losziehen.
Hat sich der Wechsel zu Leica für mich gelohnt?
Für mich kann ich diese Frage ganz klar mit Ja beantworten.
Nicht, weil ich glaube, dass man nur mit Leica gute Fotos machen kann. Das wäre natürlich Unsinn.
Meine Nikon Z7II war eine ausgezeichnete Kamera und ich hätte mit ihr auch weiterhin wunderbare Bilder machen können.
Aber seit meinem Wechsel genieße ich die unterschiedlichen Möglichkeiten meiner Leica-Kameras und die Art, wie sie mich zum Fotografieren motivieren.
Die Q3 43 macht mir Lust, einfach loszuziehen und neue Motive zu entdecken.
Die Leica M bringt mich dazu, mir Zeit zu nehmen und mich intensiver mit meinen Bildern auseinanderzusetzen.
Und die SL3-P gibt mir die Flexibilität, die ich für meine Fotoshootings und Fotoreisen benötige.
Besonders gefällt mir, dass ich meine M-Objektive dank Adapter auch an der SL3-P verwenden kann.
So ist aus verschiedenen Kameras und Objektiven ein System geworden, das hervorragend zu meinen fotografischen Vorlieben passt.
Ob der Wechsel auch für andere Fotografen sinnvoll wäre, kann ich nicht beurteilen. Jeder hat andere Anforderungen, andere Vorlieben und eine ganz eigene Art zu fotografieren.
Für mich persönlich fühlt es sich jedenfalls richtig an.
Mein Fazit – Die beste Kamera ist die, mit der man gerne fotografiert
Wenn ich heute einen Blick in meine Kameratasche werfe, sehe ich nicht einfach nur Kameras und Objektive.
Ich sehe unterschiedliche Möglichkeiten, die Welt zu entdecken und Geschichten in Bildern zu erzählen.
Jede meiner Kameras inspiriert mich auf ihre eigene Weise.
Mal möchte ich spontan und unauffällig durch eine Stadt streifen. Mal geht es darum, bei einem Fotoshooting einen Menschen möglichst authentisch einzufangen. Und manchmal möchte ich einfach ganz bewusst mit einer manuellen Festbrennweite arbeiten und mir Zeit für jedes einzelne Bild nehmen.
Mein kompletter Wechsel von Nikon zu Leica war deshalb mehr als nur eine Veränderung meiner technischen Ausrüstung.
Er war auch eine bewusste Entscheidung für die Art, wie ich fotografieren möchte.
Weniger Gedanken darüber, was technisch alles möglich ist. Mehr Aufmerksamkeit für das, was vor meiner Kamera passiert.
Denn am Ende ist es nicht entscheidend, welcher Markenname auf der Kamera steht.
Entscheidend ist, dass man Freude daran hat, sie in die Hand zu nehmen, hinauszugehen und die Welt mit offenen Augen zu entdecken.
Und genau das ist es, was ich an der Fotografie so liebe.
Und jetzt interessiert mich eure Meinung:
Mit welcher Kamera seid ihr am liebsten unterwegs? Fotografiert ihr lieber mit Zoomobjektiven oder Festbrennweiten? Und habt ihr vielleicht selbst schon einmal einen kompletten Systemwechsel gewagt?
Schreibt es mir gerne in die Kommentare. Ich freue mich auf den Austausch mit euch!
Bis bald und immer gutes Licht!
